In der Suisse romande bieten viele private Gastgeberinnen und Gastgeber einen Table d’hôte (offener Tisch) an. Menschen aus der Umgebung können zu einem gesunden und schmackhaften Essen kommen und dabei neue Kontakte knüpfen. An einem sonnigen Nachmittag besuchte Petra Forny Pannatier den Table d’hôte von Christiane und André im Kanton Freiburg.

Erlebnisbericht von Petra Forny Pannatier, Koordinatorin Suisse romande (rechts im Bild)

Christiane und André haben uns mit einem sommerlichen Apéro aus Melone, Wassermelone und geräuchertem Schinken empfangen. Ihr würziges Taboulé begeisterte alle Gäste, ebenso das Filet in der Kruste mit Gemüse. Zum Dessert verwöhnten sie uns mit einem honigkaramellisierten Pfirsich. Ich wiederum brachte ein kleines Stück Wallis mit: eine Aprikosentorte.

Mit am Tisch sassen auch Emma Dietsche, die neue Leiterin von Tavolata bei Pro Senectute Freiburg, die am 1. Juni 2026 die Nachfolge von Denisa Dokoupilova Gafner angetreten hat, sowie Alfred Sauteur. Der engagierte Freiwillige hat immer eine Anekdote bereit und ist ein hervorragender Botschafter für Tavolata.

Auch Yvette und François waren zum ersten Mal dabei. Seit drei Jahren wohnen sie in diesem Quartier und nehmen regelmässig an den Aktivitäten von Pro Senectute und der Gemeinde teil. So knüpfen sie Kontakte, bleiben aktiv und lernen ihre Nachbarschaft besser kennen. Auf meine Frage, ob sie wiederkommen würden, antworteten sie spontan und voller Begeisterung: «Natürlich!». Ob sie eines Tages selbst zu einem Table d’hôte einladen werden? Das wird die Zukunft zeigen.

Es war ein rundum gelungener Nachmittag voller anregender Gespräche. Ausgetauscht wurden Neuigkeiten aus der Region, Tipps für Wanderungen, Reiseerlebnisse und natürlich auch das eine oder andere Rezept – ganz im Sinne von Tavolata.

Weitere Informationen

Wer gerne an einem Table d’hôte in der Romandie teilnehmen möchte, findet in der Übersicht Kontakte im eigenen Kanton. Gerne vermittelt auch Petra Forny Pannatier einen Platz am Tisch.

Die Tavolata in Bedano ist so vielfältig wie die Menschen, die daran teilnehmen: Kinder, Erwachsene und ältere Menschen treffen sich im Begegnungszentrum «Al Posticino», um gemeinsam zu kochen und zu essen. Maria Vittoria Burdese vom Verein Insieme per Bedano verrät, was auf den Tisch kommt.

Interview: Valentina Pallucca Forte

Wie gelingt es euch, verschiedene Generationen an einem Tisch zu versammeln?
Maria Vittoria Burdese: Unsere Tavolata war ursprünglich nicht als generationenübergreifendes Angebot gedacht. Zu Beginn planten wir Anlässe für Erwachsene und für Kinder. Dann zeigte sich jedoch schnell, dass sich Menschen unterschiedlichen Alters ganz selbstverständlich zusammenfinden. Mit der Zeit merkten wir: Wenn die Atmosphäre offen und einladend ist, begegnen sich die Generationen gerne – ganz ohne Zwang.

Wie läuft eine Tavolata ab?
Menschen jeden Alters engagieren sich beim Kochen, Aufräumen oder bei der Betreuung der Kinder während des Essens. Einige ältere Personen nehmen bewusst an den Tavolata mit Kindern teil, weil sie dort Lebendigkeit erleben. Viele von ihnen würden sonst zu Hause allein essen.

Die Bedürfnisse in Einklang zu bringen, ist sicher nicht einfach.
Kinder brauchen Bewegung und Anregung, Erwachsene eher Ruhe und Raum für Gespräche. Deshalb haben wir zwei Bereiche geschaffen: einen Spielbereich für Kinder mit Lego und Gesellschaftsspielen sowie eine Ruhezone, in der Erwachsene lesen oder sich zurückziehen können.

Wie entstehen neue Kontakte?
Die Begegnung entsteht spontan in den verschiedenen Bereichen, in denen gespielt, gelesen oder gekocht wird. Zudem betreibt unser Zentrum die kommunale «Bibliocabina», die sich direkt ausserhalb unseres Zentrums befindet und eine grosse Auswahl an Büchern für Gross und Klein bietet.

Welche Gerichte sind am beliebtesten?
Bei den Kindern sind die Pizza-Tavolata und das gemeinsame Zubereiten eigener Piadine sehr beliebt. Bei den Erwachsenen kam das Vitello tonnato mit Ofenkartoffeln besonders gut an (siehe Rezept).

Worauf seid ihr besonders stolz?
Zu Beginn des letzten Jahres wurde uns dank Pro Senectute eine Person in Assistenz zur Verfügung gestellt, die sich bereit erklärte, für unsere Tavolate zu kochen. Das hat es uns ermöglicht, raffinierte und sehr geschätzte Mahlzeiten anzubieten, und ihr, sich wieder in die Arbeitswelt einzugliedern. Diese Erfahrung hat es vielen Teilnehmenden auch erlaubt, eine Köchin aus nächster Nähe zu beobachten und mit ihr zusammenzuarbeiten sowie neue Rezepte zu lernen – etwas, das in einem gewöhnlichen Restaurant nicht möglich wäre.

Was sind die nächsten Projekte?
Wir arbeiten an einer dritten Form einer abendlichen Tavolata, gedacht für Menschen, die tagsüber wenig Zeit haben: ein anspruchsvolleres geselliges Beisammensein mit sorgfältig zubereiteten Gerichten und einer intimen Atmosphäre. Das Hauptgericht wird direkt von den Teilnehmenden vorgeschlagen und gekocht – jeder und jede kann mit einer Spezialität oder einer Flasche Wein beitragen. Ausserdem prüfen wir die Möglichkeit, einmal im Monat eine Tavolata für die Mittagessen am Mittwoch zu organisieren, wenn die Kinder nur am Vormittag die Schule besuchen. Auf diese Weise könnte das Treffen auch auf Kindergartenkinder ausgeweitet werden, die in Begleitung ihrer Eltern oder Grosseltern teilnehmen.

Was braucht es für eine gute Tavolata?
Es braucht nicht viel: ein paar Tische, eine Küche und Offenheit. So haben wir begonnen. Die Ideen entwickeln sich nach und nach, indem man sich einbringt.

Der engagierte Regionale Tavolata-Vertreter* Alfred Sauteur aus Freiburg kennt alle Tischgemeinschaften in den Kantonen Freiburg. In der Suisse romande funktionieren diese «Tables d’hôtes» so: Ein Gastgeber oder eine Gastgeberin kocht bei sich zuhause, sechs bis 12 Gäste können sich an den Tisch setzen.

Interview: Elodie Follonier

Alfred, wie erleben Sie Tavolata in der Romandie?

Sehr positiv. Als ich vor sieben Jahren begann, gab es in der Romandie 15 Tische, heute sind es allein im Kanton Freiburg 40! Das zeigt: Die Idee funktioniert sehr gut. Aber die Tables d’hôtes dürften noch bekannter werden, vor allem bei Männern.

Wie engagieren Sie sich für Tavolata?

Ich vernetze Menschen, motiviere neue Gastgeberinnen und Gastgeber und besuche so viele Tables d’hôtes wie möglich – auch wenn ich nicht alle 40 schaffe. Ich rufe Geburtstagskinder an und halte so den Kontakt. Pro Jahr entstehen so fünf bis sieben neue Tischrunden.

Wie erleben Sie die Gäste?

Rund 80 Prozent sind Frauen, viele über 80. Die Stimmung ist meist fröhlich – auch wenn mal über Gelenkschmerzen gesprochen wird. Was nie fehlt, ist die gute Laune.

Was macht eine Tavolata langfristig erfolgreich?

Wenn das Essen gut ist und die Gäste herzlich empfangen werden, kommen sie gerne wieder. Ein Table d’hôtes ist einfach: Jemand kocht zu Hause, die Gäste bezahlen 15 Franken, weitere 5 Franken übernimmt Pro Senectute.

Was sind typische Lieblingsgerichte aus der Region?

Eintöpfe, Rinderzunge oder Kutteln und im Kanton Freiburg auch der Bauernschinken – Gerichte, die man allein kaum kocht.

Sie werden «le loup blanc» genannt – warum?

Weil ich überall unterwegs bin, unkompliziert Kontakte pflege, Freude habe und die Leute mich kennen. Ich bin 79, pensioniert – und sehr aktiv.

Anmerkung der Redaktion: «Connu comme le loup blanc» ist eine französische Redewendung. Sie bezeichnet eine Person liebevoll als weit und breit bekannt und gut vernetzt.

*Regionale Tavolata-Vertreter:innen engagieren sich im Netzwerk Tavolata, indem sie Gastessen anbieten, interessierten Menschen eine Platz in Tischgemeinschaften vermitteln oder an Informationsveranstaltungen aus dem Tavolata-Leben berichten.


Tavolata in der Suisse romande

Einige Tischgemeinschaften in der Westschweiz sind von Privatpersonen selbst organisiert. Die Mehrheit der Tavolata wird institutionell von Pro Senectute Arc Jurassien und Pro Senectute Freiburg angeboten. Bei den Tavolata, die der Verein Tavolata mit Pro Senectute organisiert, verpflichtet sich eine Freiwillige oder ein Freiwilliger, einmal pro Monat eine Mahlzeit zu kochen.

  • Die Angebote und Daten werden auf www.fr.prosenectute.ch und www.arcjurassien.prosenectute.ch publiziert.
  • Interessierte Personen melden sich einige Tage vor dem Treffen an und bezahlen der Gastgeberin oder dem Gastgeber 15 bis 17 Franken an die Unkosten. Pro Senectute steuert zusätzlich 5 Franken pro Person zur Deckung der Kosten bei.

Im Kanton Freiburg gibt es auch «Tables au bistrot» (Stammtische im Bistrot). Viele Restaurants laden ältere Menschen ein, an festen Terminen für 20 Franken zusammen zu essen.

Kontakt für Fragen

Petra Forny Pannatier: romandie@tavolata.ch

Seit 15 Jahren kocht, diskutiert und geniesst die Berner Tavolata Pic-Assiette gemeinsam. Die vier Frauen führen Buch über Rezepte und Ausgaben – und pflegen eine Gesprächskultur, die ihnen wichtiger ist als das perfekte Menü. Mitgründerin Mirjam Stolz-Silfverberg erzählt, warum.

Interview: Anina Torrado Lara
Fotos: Marco Zanoni

Mirjam, erinnerst du dich an den Anfang von Pic-Assiette?

Ja, sehr gut. Wir gründeten die Tavolata am 27. November 2011 in Bern. Wir waren fünf Frauen, die es einfach gut miteinander haben wollten. Dazu gehörten für uns ein feines Essen und ein gepflegtes Gespräch. Wichtig war uns von Anfang an, dass es kein Konkurrenzdenken gibt. Das passiert nämlich schnell beim Kochen.

Was habt ihr dagegen unternommen?

Wir haben das direkt angesprochen und miteinander abgemacht, dass jede Teilnehmerin pro Treffen 20 Franken in die Kasse legt. Pro Tavolata stehen jeweils 80 bis 100 Franken zur Verfügung und die Gastgeberin entscheidet, was und wie aufwendig sie kochen will. Sie kann unter Umständen «beim Italiener» eine fertige Pizza bestellen. Sie kann aber, wenn sie Lust hat, auch teurere Rezepte wählen, zum Beispiel einen Braten oder frische Fische. Sie erhält den Betrag für ihre Auslagen exklusive Getränke aus der Kasse zurückerstattet. So gibt es keine Abhängigkeiten, keinen Kochwettbewerb und niemand muss sich als Kochstar hinstellen.

Funktioniert das gut?

Ja. Wir haben ein kleines Buch, in dem wir für jedes Treffen notieren, wer wann gekocht hat, welches Menü es gab und was die Einnahmen und Ausgaben waren. Das, was Ende Jahr in der Kasse bleibt, investieren wir für unser «Geschäftsessen» in der Beiz.

Was ist euch neben dem Essen besonders wichtig?

Das Gespräch. Wir haben eine gute Gesprächskultur und ähnliche Interessen. Es ist uns wichtig, dass das Gespräch nicht einfach dahinplätschert, sondern dass wir einen guten Austausch haben. Natürlich hören wir auch zu, wenn jemand etwas Persönliches besprechen möchte.

Gibt es etwas, das an eurem Tisch tabu ist?

Wir sind unkompliziert und geniessen das Essen. Wir möchten nicht, dass jemand für einen Ernährungsstil «missioniert». Mit einer Vegetarierin würden wir es versuchen, mit Veganern eher nicht. Das wäre für unsere Runde zu kompliziert. Es kam einmal eine Frau zum Gastessen, die Veganerin war. Das hat dann nicht so gut gepasst. Wenn jemand eine komplett andere Ernährungseinstellung hat und alle sich anpassen müssen, wird es kompliziert.

Wie hat sich die Gruppe über die Jahre gewandelt?

Zwei meiner Mitgründerinnen sind leider verstorben. Das waren einschneidende Erfahrungen. Andere haben die Tavolata aus persönlichen Gründen verlassen. Seit Anfang dabei sind nur noch Lisa und ich. Veränderung gehört dazu – man muss flexibel bleiben. Für Nachfolgerinnen haben wir stets den Kontakt mit jüngeren Frauen gesucht, um unsere Tavolata altersmässig zu erneuern. Das hat sich bewährt.

Dürfen auch neue Mitglieder dazustossen?

Auf jeden Fall. Wir haben immer Platz für einen Gast. Es ist uns einfach wichtig, dass wir ähnliche Interessen und Themen teilen. Aktuell sind wir vier Frauen: Lisa ist Jahrgang 1945, Esther 1948, Helen 1957 und ich 1937. Wir treffen uns monatlich jeweils um 18 Uhr zum Apéro und essen gleich anschliessend.

Könnte auch ein Mann teilnehmen?

Selbstverständlich. Nur sind leider Männer in unserem Alter, die es noch draufhaben, rar. Es wäre auch schön, wenn jüngere Menschen dazukämen, wir sind offen. Ich finde, gerade als frisch Pensionierte ist es besonders wichtig, sich ein neues Leben aufzubauen.

Eure Tavolata scheint gut organisiert zu sein.

Mit den Jahren lernt man zu delegieren. Wenn eine Teilnehmerin in Zeitnot gerät, kann sie etwas Einfaches vorbereiten. Und im Sommer machen wir auch gerne mal ein Picknick in einem schönen Park.

Wie geht ihr mit dem Älterwerden um?

Das ist schon ein Thema. Zum Glück sind wir alle sehr fit, wohnen selbständig und reisen mit dem ÖV. Leider erlebten wir den raschen Abbau einer Tavolata-Interessentin. Sie fand sich plötzlich nicht mehr zurecht, konnte nicht mehr selbständig kochen und fand den Weg nicht mehr. Zum Glück konnte sie in eine betreute Wohnform umziehen.

Was schätzt du besonders an der Gruppe?

Dass wir füreinander Rezepte kochen, die man allein nicht mehr machen würde. Einen Braten, ein Ossobuco – das braucht Zeit. Aber wir freuen uns auch über eine Linsensuppe mit gutem Brot oder Gschwellti. Apropos Gschwellti: Aus unserer Gruppe ist eine Gschwellti-Tavolata entstanden. Susanne, ein ehemaliges Mitglied von Pic-Assiette, hat eine neue Runde gegründet. Die Gastgeberin kocht nur Kartoffeln, alle anderen bringen ihren Lieblingskäse mit.

Was bedeutet eigentlich Pic-Assiette?

«Un pic-assiette» ist eine Person, die am Tisch vom Teller der anderen pickt (im übertragenen Sinn: ein Schmarotzer, Profiteur). Genau dies tun wir: Wir probieren die Gerichte der anderen Frauen. Ein bisschen wie die Vögel am Futtertrog. Ja, das passt gut zu uns: Wir leben an der Sprachgrenze, haben Humor – und geniessen das Savoir-vivre.

Zutaten

Für das Kalbfleisch

  • 1 kg Kalbfleisch (Magatello)
  • 5 dl trockener Weisswein
  • 5 dl Hühnerbouillon
  • 2 Knoblauchzehen, ganz
  • 1 Zwiebel, geviertelt
  • 1 Rüebli, geschält und grob geschnitten
  • 1 Stange Sellerie, in Stücke geschnitten
  • 2 Lorbeerblätter
  • 3 Nelken
  • 10 schwarze Pfefferkörner

Zubereitung

  1. Das Kalbfleisch in einen grossen Topf legen. Gemüse, Knoblauch, Lorbeer, Nelken und Pfeffer hinzufügen. Weisswein und Bouillon dazugiessen. Falls die Flüssigkeit das Fleisch nicht zu zwei Dritteln bedeckt, etwas Wasser ergänzen.
  2. Zum Kochen bringen, dann zudecken und bei kleiner Hitze ca. 1 Stunde köcheln lassen.
  3. Das Fleisch herausnehmen und vollständig auskühlen lassen (optional im Kochsud).

Thunfischsauce mit Joghurt

Zutaten

  • Thunfisch aus der Dose, abgetropft
  • Anchovisfilets nach Geschmack
  • Kapern nach Geschmack
  • 1 hartgekochtes Ei
  • Abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
  • Griechischer Joghurt

Zubereitung

  1. Alle Zutaten mit dem Stabmixer zu einer cremigen Sauce pürieren.
  2. Das Kalbfleisch in dünne Scheiben schneiden, auf einem Teller anrichten und mit der Sauce überziehen. Mit Kapern und etwas Paprika garnieren.
  3. Dazu passen Bratkartoffeln, Ofenkartoffeln oder Brot.

Tipp

Kann mit Rucola und Parmesan serviert werden.

Zutaten

  • 100 g Kichererbsenmehl
  • 20 g gepuffter Amaranth
  • 30 g Chia-Samen
  • ½ Teelöffel Salz
  • 25 ml Olivenöl
  • 100 ml heisses Wasser
  • Nach Belieben fein geriebene Kräuter

Zubereitung

  1. Alle Zutaten zu einem sehr weichen Teig zusammenfügen und 10 Minuten ruhen lassen.
  2. Die Masse auf einem Backpapier ca. 2 mm dick ausstreichen.
  3. Bruchlinien in den Teig ritzen.
  4. Bei 160 Grad Umluft ca. 50 bis 60 Minuten backen.
  5. Auf dem Kuchengitter auskühlen lassen.
  6. Die Cracker zerbrechen und gut verschlossen aufbewahren. So bleiben sie lange knusprig.
  7. Tipp: Cracker mit Hüttenkäse und Essiggurke belegen – für eine Extra-Portion Eiweiss und Geschmack.

Hummus-Dipp

Eine Dose Kichererbsen (abgetropft) oder eine Handvoll gekochter Kichererbsen mit einer Knoblauchzehe und einigen Esslöffeln hochwertigem Olivenöl mixen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Pita-Brot oder Gemüsestängeln dippen.

Eiweisse – auch Proteine genannt – gehören neben Kohlenhydraten und Fetten zu den drei Hauptnährstoffen, die der Körper braucht. Die Empfehlung für alle über 65-Jährigen ist, vier Portionen Eiweiss pro Tag zu essen.

Text: Daniela Specht
Bild: sge-ssn.ch

Warum ist Eiweiss so wichtig?

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Körper – und damit auch der Bedarf an Nährstoffen. Besonders wichtig ist dabei Eiweiss (Protein). Es ist der Baustoff für Muskeln, Knochen, Haut und unser Immunsystem. Ab etwa 65 Jahren braucht der Körper mehr Eiweiss als in jüngeren Jahren, weil er Proteine schlechter verwerten kann und gleichzeitig die Muskelmasse abnimmt. Eine ausreichende Eiweisszufuhr hilft, Kraft und Beweglichkeit zu erhalten und damit die Selbstständigkeit im Alltag länger zu bewahren.

Wo hat es überall Eiweiss drin?

Gute Eiweissquellen sind sowohl tierische Lebensmittel wie Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch als auch pflanzliche Proteine aus Hülsenfrüchten, Tofu, Nüssen oder Vollkornprodukten. Ich empfehle, viel Farbe und Abwechslung auf den Teller zu bringen (siehe rote Fläche der Ernährungspyramide).

Wie komme ich zu meinem Tagesbedarf?

Empfohlen sind für Menschen ab 65 Jahren etwa 1,0 bis 1,2 Gramm Eiweiss pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag – das sind beispielsweise bei 70 kg Körpergewicht rund 70 bis 84 g Eiweiss täglich. Beispielsweise kann man mit einem Stück Käse und Brot oder einem Müesli mit Quark in den Tag starten und dazu einen Cappuccino trinken. Zum Zmittag gibt es ein Forellenfilet mit Reis und Gemüse, zum Zvieri ein Schinkenbrötli und zum Znacht ein Rührei.

Kommt es darauf an, ob ich die Eiweisse morgens oder abends esse?

Ab 65 kann der Körper Eiweiss weniger effizient verwerten. Deshalb ist es sinnvoll, die Eiweisszufuhr über den Tag zu verteilen, statt alles auf eine Mahlzeit zu konzentrieren. In Kombination mit Bewegung hilft das, Muskelkraft und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Von Uschy Hug

Zutaten
• 200 g Couscous
• 450 ml kochend heisses Wasser
• ½ TL Salz
• 4 Frühlingszwiebeln
• 2 bis 3 Tomaten oder Cherrytomaten
• 1 rote Peperoni
• ½ Gurke
• Ein Bund Pfefferminz-Blätter
• Ein Bund Peterli
• 6 EL Olivenöl
• 2 EL Zitronensaft
• 1 EL Tomatenpüree
• 2 TL Honig
• ½ TL Paprikapulver, edelsüss
• ½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
• 1 Prise Salz
• 1 Prise schwarzer Pfeffer, gemahlen

Zubereitung:
1. Couscous mit heissem Wasser übergiessen und 5 Minuten ziehen lassen. Mit einer Gabel auflockern.
2. Unterdessen das Gemüse fein schneiden.
3. Olivenöl, Zitronensaft, Tomatenpüree, Honig und Gewürze mischen und alles zum lauwarmen Couscous geben.
4. Peterli hacken, Minze zerzupfen und kurz vor dem Servieren unter den Salat mischen.

Ein sommerlicher Nachmittag in einer Alterssiedlung in Wallisellen. Kurz vor 12 Uhr mittags rollt ein Lastenvelo heran – kein gewöhnliches. Auf der Ladefläche steht eine Holzkiste mit der Aufschrift «LUNAplus». Adrian Ruoss von der gleichnamigen Stiftung stellt das Velo ab und packt einen Grill samt Zange, Bratwürste, Cervelats und Bürli aus. Wenige Minuten später brutzeln die Würste bereits auf dem Feuer.

Text: Anina Torrado Lara
Fotos: Nicolas Zonvi

Die ersten Quartierbewohnenden haben den jungen Mann schon erspäht und winken ihm zu. «Oh, heute gibt’s Chlöpfer!», ruft Uschy Hug. Sie stellt ihren selbstgemachten Couscous-Salat (siehe Rezept) auf den Klapptisch und packt Teller, Besteck und Servietten aus. Sofort eilen zwei weitere Nachbarinnen heran und helfen ihr, den Tisch zu decken. Ein älterer Herr steuert einen Krustenzopf zur Tavolata bei, eine Frau bringt Wassermelonenschnitze mit. Was hier auf der Gemeinschaftswiese entsteht, ist eine unkomplizierte Tavolata.

Warum eine Wurst mehr ist als ein Imbiss

Adrian Ruoss hat mit dem Grill-Velo einen Nerv getroffen: In den Überbauungen in den Städten und Agglomerationen wohnen viele Menschen, die ein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Austausch haben. Adrian Ruoss hatte die Idee mit dem Grill-Velo vor einigen Jahren. Er arbeitet bei der Stiftung LUNAplus in Wallisellen und ist für die soziokulturelle Animation von Menschen ab 65 Jahren hauptsächlich in den Alterssiedlungen zuständig.

Tavolata auf Achse

Drei Alterssiedlungen betreut er regelmässig. Er stellte eine einfache Frage: «Was fehlt euch am meisten?» Als Antwort kam zurück: «Das Grillieren», erzählt Ruoss, «denn eine Wurst auf dem Feuer ist für diese Generation einfach der Hammer.»

Doch Feuerstellen bauen? Bewilligungen einholen? All das schien zu kompliziert. Also dachte sich der Quereinsteiger – früher war er Bühnenbauer – eine pragmatische Lösung aus: ein Lastenvelo, ein Grill, fertig. «Ich finde es cool, dass das Grill-Velo so einfach ist. Ich kann bei gutem Wetter in eine Siedlung fahren, es braucht nichts, keine Küche, keine Bewilligung.» Niederschwelliger geht es kaum.

Einige bringen freiwillig eine Beilage mit

Und so funktioniert ein Anlass mit dem Grill-Velo: Ruoss legt mit den Anwohnenden ein Datum fest, zwei Wochen vorher hängt er Flyer ans Schwarze Brett. Er bringt Wurst und Brot mit, die er für einen Fünfliber verkauft. Alles andere ist freiwillig. «Wenn es für die Gäste reicht, nur Wurst und Brot zu essen, ist das völlig okay.» Oft organisieren die Seniorinnen und Senioren in der Siedlung aber Beilagen: Jemand bringt einen Salat, jemand ein Dessert oder Früchte mit. Manchmal ist sogar eine Kaffeemaschine oder eine Flasche Weisswein dabei. Gemeinsam decken sie den Tisch und räumen auch wieder gemeinsam ab.

Tavolata auf Achse

«Das Grill-Velo ist eine spannende Form einer Tavolata», sagt Daniela Specht, Geschäftsführerin des Vereins Tavolata. «Es gibt wenig Verpflichtung und doch entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Alle tragen etwas zum Gelingen des Anlasses bei und geniessen das Miteinander.» So wird aus dem Grill-Velo ein Mitwirkungsanlass. Adrian Ruoss erzählt: «Wenn ich allein bin, helfen die Leute automatisch mit.» Genau das will er: Bewegung, Beteiligung, Selbstwirksamkeit. «Wenn jemand einen Kuchen mitbringt und gelobt wird, ist das für die Person sehr schön. Es macht sie stolz.»

Wer will, bleibt zu einem Schwatz

Zwischen Frühling und Herbst kommt das Grill-Velo regelmässig zum Einsatz. Pro Anlass sind es 10 bis 25 Menschen, die zusammenkommen – auch Neuzugezogene und Menschen, die sonst nie zum Mittagstisch gehen würden. «Es gibt auch Eigenbrötler, die zum Grill-Velo laufen, sich eine Wurst für fünf Franken holen und sie zu Hause essen wollen. Doch dann bleiben sie vielleicht doch hängen.» Adrian Ruoss versucht, die Menschen zu einem Gespräch anzuregen und so auch diejenigen zu erreichen, die isoliert leben.

Die Beziehungen, die so im Quartier entstehen, wirken im Alltag weiter. Adrian Ruoss erzählt von Paaren, die sich beim Grill-Anlass kennengelernt haben und heute zusammen sind. Von Nachbarinnen und Nachbarn, die füreinander einkaufen gehen, gemeinsam Kaffee trinken oder Fussball schauen. «Es ist verrückt, dass durch so kleine Events so etwas entstehen kann.»

Einmal sei eine Frau gestürzt, der Nachbar habe es bemerkt und den Notfall gerufen. «Die Menschen schauen aufeinander. Das ist für mich der Hauptnutzen des Grill-Velos: Es ist ein Eisbrecher.»

Der Grill wirkt wie ein Lagerfeuer

In den Siedlungen leben Menschen zwischen 65 und 100 Jahren, auch einige mit IV-Rente. Die Durchmischung ist gross. «Es gibt Leute aus Syrien, Griechenland, von überall her.» Betreuung gibt es keine, nur Gemeinschaftsräume. Umso wichtiger sind Impulse von aussen – oder eben ein Velo, das eine St.Galler OLMA-Bratwurst bringt.

Am frühen Nachmittag ist der Grill leer, die Gruppe bleibt aber noch am Tisch sitzen und unterhält sich angeregt. Adrian packt den Grill ein, macht gerade noch den nächsten Termin inklusive Verschiebedatum ab und schwingt sich aufs Velo. Zurück bleibt etwas, das länger hält als der Duft von Bratwurst: neue Kontakte, Nähe, Verlass. Und die Gewissheit, dass manchmal ein kleines Feuer reicht, um Gemeinschaft zu entfachen.

SRF Musikwelle hat kürzlich einen Beitrag über Tavolata ausgestrahlt. Die Journalistin Fränzi Haller war bei der Tavolata von Heidi Moosmann in Gipf-Oberfrick zu Besuch. Hier können Sie den Radio-Beitrag hören:

Beitrag Teil 1
Beitrag Teil 2

Daniela Specht erzählt im 2. Teil des Beitrags von den vielen schönen Freundschaften, die in der 15-jährigen Geschichte von Tavolata entstanden sind. Darunter ist auch eine Tavolata, die sich kürzlich zum hundertsten Mal getroffen hat.

Wir freuen uns sehr, dass durch den Beitrag auf SRF Musikwelle noch mehr Menschen von unserem Netzwerk erfahren haben! Hier gibt es noch mehr Angebote, die gegen Einsamkeit wirken.