In Saint-Blaise wird die Freundschaft am Tisch gepflegt

04.11.2026

Regionale Küche, eine vertraute Atmosphäre, ein liebevoll gedeckter Tisch und eine atemberaubende Aussicht auf den Neuenburgersee und die Alpen: Bei der Tavolata «Cuisine d’antan & d’aujourd’hui» kamen alle Zutaten für eine wunderbare Begegnung zusammen.

Petra Forny Pannatier, Tavolata-Koordinatorin für die Westschweiz

Gemeinsam mit Célia Valamar von Pro Senectute machte ich mich auf den Weg nach Saint-Blaise, um Maya und Nicole kennenzulernen. Die beiden Freundinnen starten bereits in ihr viertes gemeinsames Jahr als Gastgeberinnen einer Tavolata.

Schon bei unserer Ankunft empfingen uns die Gastgeberinnen mit einem Glas Mauler, einer prickelnden Spezialität aus der Region. Diese nette Geste gehört bei ihnen zur Begrüssung neuer Gäste dazu. Sie hilft, das Eis zu brechen und ganz ungezwungen ins Gespräch zu kommen. Und es funktioniert! Schon nach wenigen Minuten hatten wir das Gefühl, uns längst zu kennen.

Eine Freundschaft, zwei Leidenschaften und viel Freude am Teilen

Maya und Nicole verbindet weit mehr als ihre Tavolata. Die beiden sind auch privat befreundet und haben einen schönen Weg gefunden, ihre gemeinsamen Leidenschaften zu verbinden: das Kochen und das Stöbern auf Flohmärkten und in Brockenhäusern.

Das zeigt sich bis ins kleinste Detail: liebevoll zusammengestelltes Geschirr aus Brockenhäusern, eine charmante Herbstdekoration und ein einladend gedeckter Tisch. Nichts wird dem Zufall überlassen. Die Freude am Gastgeben ist überall spürbar – bis hin zur liebevollen Präsentation der Speisen.

Ihre Geschichte zeigt die Tavolata-Idee eindrücklich: Warum nicht gemeinsam mit Freund:innen eine Tavolata auf die Beine stellen? Zusammen kochen, Menüs kreieren, den Tisch schön decken und neue Menschen willkommen heissen – eine wunderbare Möglichkeit, eine Freundschaft zu pflegen und gleichzeitig neue Kontakte zu knüpfen.

Eine kulinarische Reise durch das Neuenburger Kulturerbe

Um uns die traditionellen Spezialitäten der Region näherzubringen, haben Maya und Nicole ein Menü aus ausschliesslich lokalen Produkten zusammengestellt. Und was für ein Menü!

Den Auftakt machte eine Chasselas-Suppe mit einer feinen Mousse aus Felchen aus dem Neuenburgersee. Danach genossen wir «Petits Neuchâtelois»: köstliche Häppchen aus Neuenburger Saucisson, umhüllt von Blätterteig und begleitet von einem gemischten Salat.

Den süssen Abschluss bildete eine Crème brûlée mit grüner Fee aus dem Val-de-Travers. Eine kleine Hommage an den Absinth, eine weitere Spezialität, für die die Region bekannt ist!

Serviert wurde alles mit viel Aufmerksamkeit und Herzlichkeit – in einer Atmosphäre, die ebenso grosszügig war wie die angerichteten Portionen.

Eine Crème brûlée mit grüner Fee aus dem Val-de-Travers bildet den krönenden Abschluss dieser kulinarischen Entdeckungsreise.

Mehr als ein gemeinsames Essen: eine Einladung, eine ganze Region zu entdecken

Im Laufe des Essens führten uns die Gespräche weit über die Küche hinaus. Alle erzählten von persönlichen Erlebnissen, besonderen Ausflugstipps und ihren Lieblingsorten. An diesem Tisch wurden alle ganz spontan zu Botschaftern ihrer Region.

Ob eine Besichtigung der Mauler-Keller, ein Besuch im Maison de l’Absinthe, die eindrücklichen Schluchten der Poëta-Raisse, das Jean-Jacques-Rousseau-Museum, Spaziergänge und Velotouren entlang der Areuse oder Art Môtiers, das alle zwei Jahre stattfindet: An Ausflugsideen mangelte es nicht.

Die Begeisterung war ansteckend! Ich bekam richtig Lust, diese schöne Region noch besser kennenzulernen. Mit einer langen Liste von Ausflugszielen im Gepäck und der Vorfreude auf einen nächsten Besuch machte ich mich auf den Heimweg.

Auch der herrliche Blick von der Terrasse auf den Neuenburgersee und die Alpen war einfach überwältigend. Ein Panorama, an dem man sich nicht sattsehen kann!

Das schöne Gefühl, sich an einem Tisch zu begegnen

Dieser Besuch hat mich einmal mehr daran erinnert, dass Tavolata viel mehr sind als kulinarische Treffen. Sie bieten Gelegenheit, neue Menschen kennenzulernen, Gedanken auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und manchmal sogar neue Freundschaften zu schliessen.

Ein herzliches Dankeschön an Maya und Nicole für den warmen Empfang, die köstlichen Spezialitäten und ihre Grosszügigkeit. Und natürlich auch ein grosses Merci an Célia für die gemeinsame Zeit und die schönen Gespräche.

Eines ist sicher: Das war nicht mein letzter Ausflug ins Neuenburgerland!

Ein liebevoll gedeckter Tisch: sorgfältig ausgewähltes Geschirr aus Brockenhäusern und eine herbstliche Dekoration stimmen auf die Tavolata ein.